Das ehemalige Stallgebäude, mit einer kleinen Wohnung im Obergeschoss vermutlich für die damals Bediensteten, ist Bestandteil eines Vierseithofes, welcher Ende des 19. Jhd. erbaut wurde. Davon erhalten ist auch das Wohngebäude, Feld- und Hofscheune fielen den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg zum Opfer.

Mit der Revitalisierung des brachliegenden Gebäudes war es möglich, die Geschichte dieses Ortes als Teil unserer Kulturlandschaft zu bewahren und fortzuschreiben. Entstanden sind vier großzügige Wohneinheiten, die mit dem Erhalt der alten Bausubstanz den nachhaltigen Anforderungen unserer heutigen Architektur entsprechen.

Eine neue, wärmedämmende Hülle konserviert die alte Bausubstanz und macht die bisherige Dorfscheune als Wohnraum nutzbar. Dadurch war es möglich,  die Außenwände an der Innenseite als geschlämmtes Sichtmauerwerk auszuführen und vorhandene Elemente einzubinden. Stahlsäulenkonstruktionen, grob strukturierte Betondecken und eine Kappendecke im Erdgeschoss sowie die Holzstützen des alten Dachstuhles im Obergeschoss verleihen den Räumen einen besonderen Charakter.
Eingestellte glatte, weiße Wände und eine zeitgemäße technische Ausstattung paaren sich nun mit der historischen Bausubstanz.

Die vorhandene Baustruktur bestimmt die Einteilung der vier Wohneinheiten.Das äußere Erscheinungsbild der Scheune als schlichter Baukörper mit lang gestreckter, schmaler Kubatur und einem vorgelagertem Kopfgebäude, sollte erhalten bleiben. Durch die unterschiedliche Ein- und Aufteilung der Wohneinheiten mit den dafür erforderlichen Öffnungen erhalten die Längsfassaden eine lebendige Struktur.
Die Wahl von natürlichen und robusten Baumaterialien wie Lärchenholz, Beton und Pflastersteine unterstreichen den ländlichen Charakter des Gebäudes.
Entstanden ist ein zeitgemäßes Gebäude, das den subtilen Kontrast sowie die feine Verbindung historischer und heutiger Bauweise darstellt.

Bruttogrundfläche 517 m2
Fertigstellung 2020
Fotografie Verena Eidel


Seeburg